Kostenrechnung
Die Ermittlung der Stromerzeugungskosten erfolgt unter der
Annahme, dass die Einspeisevergütungen im
Erneuerbare-Energien-Gesetz in etwa die Herstellungskosten des
Stromes abdecken.
Quelle: EEG 2009
http://www.sfv.de/artikel/2008/erneuerbare-energien-gesetz_eeg_20092.htm
Voreinstellungen (Stand 2009):
- PV kleine Hausdachanlagen: 43 Cent/kWh
- Wasserkraft Großanlagen: 3,5 Cent/kWh
- Biomasse + Deponiegas + Grubengas: Mischwert 7 Cent/kWh
- Geothermie Mischwert bei hohem Anteil von Petrothermie: 16 Cent/kWh
- Windenergie onshore: 9 Cent/kWh
- Windenergie offshore: 15 Cent/kWh
Bei Techniken, die je nach Anlagengröße oder nach anderen Kriterien unterschiedliche Einspeisevergütungen erhalten, wurden für die Kosten Mischwerte eingesetzt, bei deren Ermittlung den Werten mit erwartetem hohem Anteil eine höherer Gewichtung zugeteilt wurde.
Zukünftige Kostenreduktion bei Photovoltaik
Für Photovoltaik - die derzeit noch die
höchsten Einspeisevergütungen benötigt, wird bei
Ausweitung der Massenproduktion eine starke Kostenreduktion erwartet.
Diese lässt sich anhand der sogenannten "Lernkurve"
bzw. "Erfahrungskurve"
abschätzen.
http://www.sfv.de/artikel/markteinfuehrung_der_photovoltaik_durch_senkung_der_einspeiseverguetung.htm
http://www.wirtschaftslexikon24.net/d/erfahrungskurve/erfahrungskurve.htm
Die
Abschätzung der zukünftigen PV-Kosten gemäß der
Lern/Erfahrungskurve lässt sich mit den Grundrechenverfahren
allein nicht mehr durchführen. Der Energiewenderechner bietet
deshalb ein Rechenprogramm an, welches diese Berechnung automatisch
durchführt, wenn man im rechten der beiden PopUp-Fenster das
Häkchen bei "automatische Berechnung" setzt. Die
automatische Berechnung berücksichtigt folgenden empirisch
ermittelten Zusammenhang:
Jede Verdoppelung der weltweit insgesamt
hergestellten - der kumulierten - Menge führt zu einem
Rückgang
der Stückkosten um einen produktspezifischen festen
Prozentsatz.
Unter "Stückkosten" verstehen wir im
vorliegenden Fall die Kosten für eine 1
kW-Solarstromanlage.
Folgende Eingangswerte werden für
die Berechnung benötigt:
- Für den erwähnten
produktspezifischen festen Prozentsatz, um den die Herstellungskosten
bei Verdoppelung der akkumulierten Produktion sinken, wird in der
Literatur ein Wert zwischen
p = 15 Prozent und p = 30
Prozent angegeben. Stellen Sie für p einen Wert zwischen 15 und
30 Prozent ein. (Voreingestellt ist p = 20 Prozent)
- Nun gilt
es, aus dem Tempo, in dem Solaranlagen in Deutschland installiert
werden, auf das Tempo der weltweit installierten Solaranlagen zu
schließen. Dazu führen wir den Globalisierungsfaktor g
ein.
Schätzen Sie ab,
ob das globale Wachstum
proportional zum Wachstum der Photovoltaik in Deutschland abläuft
(g = 1)
oder ob es schneller erfolgt (g > 1), z.B.
doppelt so schnell (g = 2)
oder ob es langsamer erfolgt (g <
1), z.B. halb so schnell (g = 0,5)
Stellen Sie für
g einen von Ihnen geschätzten Wert ein. (Voreinstellung g = 0,5
Wir gehen also davon aus, dass weltweit die Produktion an
Solaranlagen doppelt so lange braucht, bis die akkumulierte Menge
sich verdoppelt.)
In der Rechenformel wird das Verhältnis
G2/G1 benötigt, also das Verhältnis der insgesamt global
erzeugten Solarstromanlagen zum Zeitpunkt 2 gegenüber dem
Zeitpunkt 1.
Wir kennen das Verhältnis E2/E1 der national
installierten Solaranlagen.
G2/G1 ist nach unserer
voreingestellten Annahme langsamer, nämlich g*E2/E1. Dieser
Ausdruck wird daher in der Rechenformel verwendet.
- Die
installierte Gesamtmenge der PV-Anlagen in Deutschland manifestiert
sich durch ihre Stromerzeugung. (Voreinstellung E1 = 5 TWh/a d.h.
derzeit liefert die Photovoltaik ein Prozent der derzeitigen
Stromerzeugung)
Wenn die Stromerzeugung aus PV in Deutschland
sich vervierfacht hat, also bei 20 TWh/a liegt, müsste nach den
diesem Beispiel zugrundeliegenden Annahmen die kumulierte
Weltproduktion sich verdoppelt haben und der Preis für die 1
kW-Solaranlage um 20 Prozent niedriger liegen.
- Stellen Sie
die gegenwärtigen Kosten für die PV-kWh ein
((Voreinstellung K1 = 43 ct/kWh))
Es erfolgt dann im
Hintergrund folgende Rechnung:

Der
Wert K2 gibt die gemäß der Lernkurve zukünftig zu
erwartenden Kosten an. Dieser Wert fließt dann als
zukünftige
Kosten des Solarstroms in die Berechnung des Durchschnittswertes der
Kosten aller Erneuerbaren Energien ein, die am oberen Rand des
Energiewenderechners angezeigt werden.
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